Egal, ob die Nachahmung einer Designerhandtasche oder Raubkopie aus dem Internet – von Produktpiraterie betroffenen Unternehmen entstehen hohe Schäden.

Produktpiraterie

Sind Sie von Produktpiraterie betroffen? Ich helfe Ihnen! Rufen Sie mich an unter 0941 785 22 510 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an kanzlei@anwalt-walch.de.

Wie Sie gegen Produktpiraterie vorgehen können, erklärt Ihnen der folgende Beitrag.

Inhalt

  1. Was bedeutet Produktpiraterie?
  2. Wie können Sie sich als Inhaber eines Schutzrechts wehren?
  3. Wie kann Ihnen ein Anwalt helfen?
  4. Fazit

1. Was bedeutet Produktpiraterie?

Unter Produktpiraterie versteht man das gezielte Verletzen eines Schutzrechts durch Nachahmung und anschließendem Verkauf (bzw. „Inverkehrbringen“) des gefälschten Produkts.

Es kommen verschiedene Schutzrechte in Betracht, die verletzt werden können. beispielhaft sind die Folgenden zu nennen:

  • Die Marke ist ein Kennzeichen, welches bestimmte Produkte einem Unternehmen zuordnet und von anderen Unternehmen unterscheidet. Verbraucher verbinden mit einer Marke eine gleichbleibende Qualität und Unternehmen können sich auf diese Weise ein positives Image aufbauen. Als Marke können sowohl Zeichen, Töne, Wörter, Farben, Abbildungen, sowie dreidimensionale Gestaltungen eingetragen und damit geschützt werden (z.B. Milka Lila, Adidas Streifen, Telekom Jingle).
  • Ein Patent schützt dagegen eine Erfindung im technischen Bereich, wenn diese neu ist, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruht und gewerblich anwendbar ist (z.B. ein bestimmtes Verfahren zur Herstellung eines Medikaments, Swipe Mechanismus eines Smartphones oder der Benz-Motorwagen). Auf diese Weise wird der technische Fortschritt unterstützt und dem Schutzrechtsinhaber ein Anreiz gegeben, in Forschung zu investieren.
  • Das Gebrauchsmuster ist die „kleine“ Form des Patents und schützt ebenso technische Erfindungen.
  • Zwei- und Dreidimensionale äußere Gestaltungsformen werden durch das Design (früher: Geschmacksmuster) geschützt. Ein ausgefallenes Design erhöht den Wiedererkennungswert eines Produkts beim Verbraucher. Aus diesem Grund sollen kreative Erscheinungsformen geschützt werden (z.B. die Sohle eines Sportschuhs, die Form des Tripp Trapp Stuhls, Stabform eines Bang&Olufsen Lautsprechers).
  • Das Urheberrecht schützt jede persönliche geistige Schöpfung. Gemeint sind hierbei z.B. Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, wenn sie ein bestimmtes Maß an Individualität und Kreativität aufweisen.
  • Der Sortenschutz umfasst den Schutz an Züchtungen von Pflanzen.
  • Mit Halbleiterschutz ist der Schutz von dreidimensionalen Strukturen von mikroelektronischen Halbleitererzeugnissen gemeint.

Diese Schutzrechte geben dem Inhaber eine Art Monopolrecht. Andere Marktteilnehmer dürfen die Rechte nur mit Zustimmung des Schutzrechtsinhabers nutzen. Fehlt ihnen diese, spricht man von einer Schutzrechtsverletzung.

Im Rahmen der Produktpiraterie sind hierbei verschiedene Erscheinungsformen möglich, z.B.:

  • Die Herstellung und der Verkauf eines qualitativ minderwertigen Produkts, auf dem Ihre Marke abgedruckt ist, um den Anschein der Zugehörigkeit zu vermitteln.
  • Die Kopie Ihres Designs.
  • Der Vertrieb eines Medikaments unter Ihrem Namen, dem Ihr elementarer Wirkstoff fehlt.

2. Wie können Sie sich als Inhaber eines Schutzrechts wehren?

Als Geschädigter sind Sie nicht schutzlos. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich gegen Produktpiraterie zu wehren.

Dabei unterstützen wir Sie. Sie erreichen uns unter 0941 785 22 510 oder kanzlei@anwalt-walch.de.

a. Ansprüche bei Rechtsverletzungen durch Produktpiraterie

Sie können zunächst verschiedene Ansprüche gegen den sog. Verletzer geltend machen, wenn dieser Ihr Schutzrecht ohne Ihre Zustimmung benutzt.

Mit einem Anspruch auf Unterlassung werden zukünftige Schutzrechtsverletzungen und damit weitere Fälschungen verhindert. Dieser Anspruch steht Ihnen fast immer zu, wenn ein Schutzrecht bereits verletzt wurde. Kam es bisher zu keinen Verletzungen, müssen Sie grundsätzlich darlegen, warum Sie mit einer baldigen Beeinträchtigung rechnen.

Anhaltspunkte können z.B. entsprechende Vorbereitungen oder Ankündigungen eines Wettbewerbers sein. Die Folge ist dann, dass der Verletzer alles unterlassen muss, was Ihre Schutzrechte gefährden könnte.

Ein Anspruch auf Schadensersatz sichert Ihnen daneben eine Entschädigung in Geldform für die Verletzung Ihres Schutzrechts. Durch das bewusste Fälschen und Inverkehrbringen von Produkten handelt der Verletzer auch vorsätzlich, was in aller Regel Voraussetzung für den Anspruch ist.

Es gibt mehrere Arten, den Schaden zu berechnen. Neben konkreten Vermögenseinbußen (z.B. entgangener Gewinn) kann der Gewinn herausverlangt werden, den der Verletzer durch die Schutzrechtsverletzung erlangt hat.

Auch besteht die Möglichkeit, eine fiktive Lizenzgebühr zu vereinbaren. Die Höhe der Lizenzgebühr bestimmt sich hierbei nach dem fiktiven Betrag, den die Parteien unter den konkreten Umständen vereinbart hätten.

Weiterhin können Sie herausverlangen, was der Verletzer durch die unberechtigte Benutzung erlangt hat (und ggf. bei ihm noch vorhanden ist).

Ein Anspruch auf Auskunft gibt Ihnen die Möglichkeit, Informationen über Bezugsquellen und den Vertriebsweg der gefälschten Produkte zu erlangen.

Mittels Anspruch auf Vernichtung können Sie zudem verhindern, dass gefälschte Produkte erneut in Umlauf kommen, indem Sie vom Verletzer verlangen, diese zu vernichten.

b. Antrag auf Tätigwerden der Zollbehörde

Die Herstellung schutzrechtsverletzender Produkte erfolgt meist im Ausland, sodass In- und Export eine wichtige Rolle innerhalb der Produktpiraterie spielen. Aus diesem Grund ist eine Kontaktaufnahme mit der Zollbehörde von Vorteil und hilft Ihnen, den weiteren Vertrieb schnellstmöglich einzustellen.

Hierzu können Sie einen Antrag bei der zuständigen Zollbehörde stellen. Diese setzt dann die Überlassung der Produkte aus bzw. hält diese in Form einer Beschlagnahme zurück.

Es wird zwischen zwei verschiedenen Anträgen unterschieden. Beide können Sie im Internet über das Zentrale Datenbanksystem zum Schutz geistiger Eigentumsrechte (ZGR-online) stellen. Ein Unterschied besteht jedoch im Geltungsbereich:

  • Ein Antrag nach Gemeinschaftsrecht kann für alle Schutzrechte gestellt werden. Hierzu muss das Schutzrecht im jeweiligen Land, für das der Antrag gestellt wird, Gültigkeit erlangt haben (z.B. Unionsmarke). Die Zollbehörde wird dann im jeweiligen Mitgliedstaat tätig.
  • Ein Antrag nach deutschen Rechtsvorschriften kann für alle Schutzrechte gestellt werden, die in Deutschland Gültigkeit haben. Dieser Antrag ist in zwei Fällen sinnvoll. Zum einen, wenn ein innergemeinschaftlicher Warenverkehr gegeben ist, bei dem die Schutzrechtsverletzung eingetreten ist. Es muss sich also um einen Warenverkehr zwischen den Mitgliedstaaten der EU handeln. Zum anderen, wenn es sich um Originalware handelt, die zwar mit Ihrer Zustimmung gekennzeichnet wurde, jedoch ohne Ihre Zustimmung ein- bzw. ausgeführt werden sollte (Grauimporte).

3. Wie kann Ihnen ein Anwalt helfen?

Um Ihre Rechte effektiv zu schützen und durchzusetzen, sollten Sie einen erfahrenen Anwalt hinzuziehen. Dieser kann Ihnen dabei behilflich sein, Ihre geschützten Güter wie z.B. Marken und Patente eintragen zu lassen. Es gilt: Je ausführlicher und gründlicher die Anmeldung erfolgt, desto besser ist auch der Schutz für Sie.

Haben Sie Ihre Rechte bereits schützen lassen, ist ein erster wichtiger Schritt getan. Werden Sie dennoch Opfer von Produktpiraterie, sollten Sie nun gegen den Verletzer vorgehen.

Ihre Möglichkeiten sind vielfältig. Insbesondere kommt in Betracht

  • eine Berechtigungsanfrage zu stellen,
  • eine Abmahnung auszusprechen,
  • zur Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung aufzufordern,
  • gegen den Verletzer zu klagen und die o.g. Ansprüche geltend zu machen und/oder
  • den Zoll einzuschalten.

Dies wird Ihnen nicht ohne den Rat eines erfahrenen Anwalts auf diesem Gebiet gelingen. Wir stehen Ihnen mit unserer zahlreich erprobten Expertise zur Seite. Sie erreichen uns unter 0941 785 22 510 oder kanzlei@anwalt-walch.de.

4. Fazit

Produktpiraterie ist das gezielte Verletzen eines Schutzrechts durch Nachahmung und anschließendem Verkauf (bzw. „Inverkehrbringen“) des gefälschten Produkts.

Durch Produktpiraterie können z.B. Marken, Patente, Gebrauchsmuster, Designs, Urheberrechte sowie der Sorten- oder Halbleiterschutz verletzt werden.

Als Geschädigter können Sie einen Anspruch auf Schadensersatz, Unterlassung, Vernichtung und Auskunft haben.

Sie können bei der Zollbehörde einen Antrag auf Tätigwerden stellen, um die Beschlagnahme der schutzrechtsverletzenden Produkte zu erreichen.

Lassen Sie sich anwaltlich beraten, um ein umfassendes Schutzportfolio erstellen zu lassen. Weiterhin kann Ihr Anwalt mittels Abmahnung, Klage und mehr gegen die Produktpiraterie vorgehen.

Haben Sie noch Fragen zu Produktpiraterie und wie Sie sich davor schützen können? Dann rufen Sie mich an unter 0941 785 22 510 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an kanzlei@anwalt-walch.de. Ich berate Sie gerne!

Bildquellennachweis: AndreyPopov | Panthermedia

Ein gelungener Internetauftritt lebt von guten Bildern – aber wie sieht es mit dem Urheberrecht von Bildern im Internet aus?

Urheberrecht Bilder im Internet

Haben Sie Fragen zum Urheberrecht von Bildern im Internet? Rufen Sie mich an unter 0941 785 22 510 oder schreiben Sie eine Mail an kanzlei@anwalt-walch.de. Ich berate Sie gerne!

Wir erklären Ihnen, wie Sie fremde Bilder im Internet rechtssicher verwenden und Urheberrechtsverletzungen vermeiden.

Inhalt

  1. Wie werden Bilder rechtlich geschützt?
  2. Welche Rechte hat der Urheber von Bildern und wie können diese verletzt werden?
  3. Was müssen Sie für eine rechtssichere Verwendung von Bildern beachten?
  4. Was ist eine CC-Lizenz?
  5. Muss ich den Urheber bei Verwendung eines Bildes nennen?
  6. Welche Folgen können Sie treffen, wenn Sie Bilder ohne Erlaubnis des Urhebers verwenden?
  7. Fazit

1. Wie werden Bilder rechtlich geschützt?

Das Urheberrecht schützt die Beziehung des Urhebers zu seinem Werk. Es gilt gerade auch im Internet. Auch wenn dies vielen nicht bewusst ist: Postings auf Instagram, Bilder im Onlineshop und Fotos auf der eigenen Website sind mit Blick auf das Urheberrecht oft brisant.

Bilder können (online) als Lichtbildwerke oder als Lichtbilder geschützt sein. Beide Fälle haben eine Gemeinsamkeit: Der Hersteller des Bildes darf alleine bestimmen, wer wann und auf welche Art und Weise sein Bild verwenden darf.

Ihm steht eine Art Monopolrecht zu, welches vergleichbar ist mit dem Eigentum an einer Sache. Die Nutzung eines Dritten ist nur mit seiner Zustimmung rechtlich unbedenklich und erlaubt.

Im Einzelnen:

Schutz für Kreative: Lichtbildwerke

Bilder sind nach § 2 I Nr. 5 UrhG als Lichtbildwerke urheberrechtlich geschützt, wenn sie eine persönliche geistige Schöpfung darstellen. Erforderlich ist ein besonderes Maß an Kreativität und Gestaltung.

Je größer der Gestaltungsraum, desto mehr muss dieser auch ausgenutzt werden.

Es gilt: was jeder so gemacht hätte und sich aufdrängt, ist nicht geschützt. Für Bilder bedeutet dies, dass eine bestimmte Inszenierung, die Auswahl des Lichtes, der Perspektive oder Bildausschnittes ausreichen, damit urheberrechtlicher Schutz entsteht.

Die Schutzdauer beträgt 70 Jahre ab Tod des Urhebers und entsteht mit Schaffen des Werkes, d.h. eine Eintragung ist nicht nötig.

Der „Basisschutz“: Lichtbilder

Sind die besonderen Voraussetzungen einer persönlichen geistigen Schöpfung nicht erreicht, besteht dennoch ein gewisser Schutz.

Gemäß § 72 UrhG werden Bilder als Lichtbilder geschützt, die eine geringere Gestaltungshöhe aufweisen (z.B. Spontanaufnahmen, Knipsbilder, das Abfotografieren eines Objekts, Bilder einer Überwachungskamera, simple Produktaufnahmen).

Man spricht dann von einem Leistungsschutzrecht. Die Schutzdauer ist in diesem Fall kürzer und beträgt 50 Jahre ab der Herstellung. Auch hier ist kein formeller Schritt nötig, damit der Schutz entsteht.

2. Welche Rechte hat der Urheber und wie können diese verletzt werden?

Dem Urheber von Bildern stehen die sogenannten Verwertungsrechte zu, die es ihm erlauben, sein Werk in Umlauf zu bringen. Im Internet sind hierbei zwei Rechte besonders wichtig:

  • Das Recht auf Vervielfältigung (§§ 16, 69c Nr. 1 UrhG) meint die Befugnis, in körperlicher und digitaler Form Kopien des Werkes herzustellen.
  • Das Recht auf öffentliche Zugänglichmachung (§§ 19a, 69c Nr. 4 UrhG) erlaubt, das Werk durch technische Mittel in einer Form zur Verfügung zu stellen, durch die die Allgemeinheit jederzeit auf das Werk zugreifen kann. „Allgemeinheit“ bedeutet jedes neue Publikum, das aus einer unbestimmt großen Anzahl von Adressaten besteht.

Grundsätzlich spricht man von einer Urheberrechtsverletzung, wenn Sie mit einer Handlung in ein Recht des Urhebers eingreifen, ohne dessen Zustimmung zu haben.

Bei der Verwendung von Bildern im Internet kann eines der oben genannten Verwertungsrechte z.B. verletzt werden, indem Sie ohne Zustimmung des Urhebers

  • ein fremdes Bild kopieren und auf Ihrer Website oder an anderer Stelle im Internet hochladen.
  • ein fremdes Bild in File-Sharing-Systemen anbieten.

Das Speichern eines Bildes auf Ihrer Festplatte allein zum privaten Gebrauch stellt hingegen noch keine Urheberrechtsverletzung dar. Man spricht hier von einer sogenannten Schranke (§ 53 UrhG).

Auch bei der Bearbeitung eines Bildes und dessen anschließenden Veröffentlichung ist Vorsicht geboten. Haben Sie das Originalbild nur als Inspiration verwendet und etwas neues Eigenes geschaffen, so liegt eine persönliche geistige Schöpfung vor.

Sie können dieses „neue“ Werk dann ohne Zustimmung des Urhebers des Originalbildes verwenden. Man nennt dies eine freie Benutzung (§ 24 UrhG).

Anders ist der Fall, wenn sie das Originalbild in der Art verändert haben, dass das ursprünglich Charakteristische noch erkennbar ist. Es handelt sich dann lediglich um eine Bearbeitung (§ 23 UrhG). Sie haben dann zwar ein Bearbeiterurheberrecht (§ 3 UrhG), für eine Nutzung ist jedoch die Zustimmung des Urhebers des Originalbildes notwendig.

Die Abgrenzung kann im Einzelfall schwerfallen. Ich beraten Sie, wie Sie Bilder im Internet rechtssicher verwenden. Sie erreichen mich unter 0941 785 22 510 oder kanzlei@anwalt-walch.de.

3. Was müssen Sie für eine rechtssichere Verwendung von Bildern beachten?

Sie vermeiden eine Urheberrechtsverletzung, indem Sie die Zustimmung des Urhebers einholen. Denn allein ihm stehen die Verwertungsrechte zu. Das gilt auch, wenn Sie die Bilder nur in sozialen Netzwerken und ohne gewerbliche Absichten nutzen möchten.

Vom Urheberrecht abzugrenzen ist das Nutzungsrecht, das Ihnen der Urheber einräumen kann, damit Sie das Bild ohne Bedenken verwenden können. Man spricht hierbei auch von der Einräumung einer Lizenz.

Dieses Nutzungsrecht kann der Urheber im Vertrag mit Ihnen räumlich, zeitlich und inhaltlich näher ausgestalten. Zum Beispiel kann Ihnen eingeräumt werden, Bilder nur in bestimmter Qualität, für einen bestimmten Zeitraum oder auf bestimmten Plattformen zu teilen.

Das Urheberrecht selbst wird hingegen nicht übertragen.

Innerhalb dieses Nutzungsvertrages kann der Urheber dann eine Vergütung mit Ihnen vereinbaren, die er im Gegenzug dafür erhält, dass Sie sein Bild verwenden dürfen. Wenn Ihnen nicht klar ist, wer Urheber des Bildes ist, sollten Sie sich also davor hüten, dieses ungefragt zu nutzen!

Ich habe bereits zahlreiche Nutzungsverträge ausgehandelt und rechtssicher formuliert. Gerne unterstütze ich Sie bei Ihrem Vorhaben. Sie erreichen mich unter 0941 785 22 510 oder kanzlei@anwalt-walch.de.

4. Was ist eine CC-Lizenz?

Die gemeinnützige Organisation Creative Commons unterstützt Kreative mit vorformulierten Nutzungsverträgen, sogenannte CC-Lizenzverträge (Creative Commons-Lizenzverträge). Es gibt sechs verschiedene Formen von Lizenzverträgen, mit denen Urheber ihre Bilder Anderen zur Verfügung stellen und lukrativ verwerten können.

Mit den Standardlizenzen macht der Urheber jedem auf einfache Art klar, was mit den Websiteinhalten passieren darf und was nicht.

Dritte dürfen die Werke dann unter den festgelegten Bedingungen verwenden, ohne ausdrücklich die Zustimmung des Urhebers einzuholen (z.B. „Namensnennung-keine Bearbeitung 4.0 international“).

Wenn Sie Lizenznehmer sind, sollten Sie genau prüfen, welche Bedingungen einzuhalten sind, um keine Urheberrechtsverletzung zu begehen. Selbst „lizenzfrei“ bedeutet nicht automatisch eine kostenlose und unbeschränkte Nutzung für Sie!

5. Muss ich den Urheber bei Verwendung eines Bildes nennen?

Der Urheber hat das Recht, seine Urheberschaft anerkennen zu lassen (§ 13 UrhG), d.h. er kann im Nutzungsvertrag mit Ihnen entscheiden, ob Sie bei Verwendung des Bildes seinen Namen nennen oder nicht.

Ob Sie den Urheber nennen müssen, hängt also davon ab, was vereinbart wurde.

Sollte nichts Abweichendes vereinbart worden sein, müssen SIe den Urheber nennen. Anderenfalls ist Ihre Nutzungshandlung von der Vereinbarung nicht gedeckt und es liegt eine Urheberrechtsverletzung vor.

6. Welche Folgen können Sie treffen, wenn Sie Bilder ohne Erlaubnis des Urhebers verwenden?

Urheber haben mehrere Möglichkeiten, um gegen die Verletzung ihrer Rechte vorzugehen:

Abmahnung & Aufforderung zur Unterlassungserklärung

In den meisten Fällen wird der Urheber Sie zunächst abmahnen. Hierbei handelt es sich um eine außergerichtliche und kostengünstige Lösung, die weitere Nutzung seines Bildes zu unterbinden.

Mit einer Abmahnung wird der potentielle Verletzer auf sein urheberrechtsverletzendes Verhalten hingewiesen und aufgefordert, dieses freiwillig innerhalb einer gesetzten Frist zu beenden.

In der Regel ist der Abmahnung die Aufforderung beigefügt, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Ob Sie dem nachkommen sollten, hängt vom Einzelfall ab.

Sie sollten eine Abmahnung nicht ignorieren, genauso wenig aber ungeprüft eine Unterlassungserklärung unterzeichnen.

Lassen Sie den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung anwaltlich prüfen, damit Sie auf der sicheren Seite sind! Sie erreichen mich unter 0941 785 22 510 oder kanzlei@anwalt-walch.de.

Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch

Der Urheber kann zukünftige oder bereits eingetretene Urheberrechtsverletzungen außerdem mittels Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch verhindern. Er verlangt damit, jegliche verletzenden Handlungen einzustellen oder erst gar nicht vorzunehmen.

Dazu ist eine sog. Erstbegehungs- bzw. Wiederholungsgefahr nötig. Die Wiederholungsgefahr wird vermutet, wenn bereits eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Ob Sie als potentieller Verletzer Kenntnis von der unbefugten Verwendung hatten, spielt keine Rolle.

Kam es bisher noch zu keinem Urheberrechtsverstoß, muss der Urheber zusätzlich konkrete Anhaltspunkte darlegen, wonach eine Urheberrechtsverletzung bevorsteht.

Schadensersatz

Der Urheber kann für bestehende Urheberrechtsverletzungen von Ihnen Schadensersatz verlangen, wenn Sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben.

In den meisten Fällen erfolgt die Berechnung über die sogenannte Lizenzanalogie. Es wird dann gefragt, welche Lizenzgebühr Sie und der Verletzer innerhalb des Nutzungsvertrages in der konkreten Situation vereinbart hätten.

Auch entgangener Gewinn bzw. Gewinn, den Sie durch die Bildverwendung erlangt haben, kann der Urheber herausverlangen.

Strafverfolgung

Eine Urheberrechtsverletzung ist strafbar. Stellt der Urheber einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft oder liegt ein besonderes öffentliches Interesse an der Verfolgung vor, so können Ihnen auch strafrechtliche Sanktionen drohen.

Voraussetzung ist, dass Sie vorsätzlich ungefragt fremde Bilder im Internet verwendet haben (§§ 106 ff. UrhG).

7. Fazit

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) schützt Bilder als Lichtbildwerke, wenn eine persönliche geistige Schöpfung, d.h. ein hohes Maß an Kreativität und Gestaltung zum Ausdruck kommt.

Wurde diese Gestaltungshöhe nicht erreicht, werden Bilder zumindest als Lichtbild geschützt.

Dem Urheber stehen die Verwertungsrechte (z.B. Recht auf Vervielfältigung oder öffentliche Zugänglichmachung) zu.

Eine Urheberrechtsverletzung liegt vor, wenn das Bild ohne Zustimmung des Urhebers verwendet wird und keine sog. Schranke greift (z.B. ist eine Nutzung zu privaten Zwecken erlaubt).

Für eine rechtssichere Verwendung ist die Einräumung eines Nutzungsrechts bzw. einer Lizenz notwendig. Verbreitet sind z.B. vorformulierte CC-Lizenzen.

Sollten Sie ohne Zustimmung des Urhebers ein Bild verwendet haben, kann Ihnen eine Abmahnung drohen. Daneben hat der Urheber weitere Ansprüche.

Urheberrechtsverletzungen sind außerdem strafbar.

Haben sie noch Fragen zum Urheberrecht von Bildern im Internet? Dann rufen Sie mich an unter 0941 785 22 510 oder schreiben Sie mir eine E-Mail an kanzlei@anwalt-walch.de. Ich berate Sie gerne!

Bildquellennachweis: Rawpixel | Panthermedia